Gutes Cloaking, schlechtes Cloaking
von sommer | Mittwoch, 19 März, 2008 11:15 Uhr
Die Herangehensweise bei Suchmaschinenoptimierung ist nicht beliebig. Bei der Optimierung einer Website kann man inzwischen unterscheiden zwischen „White Hat SEO“, die sich an den Richtlinien der Suchmaschinenbetreiber orientiert, und mit sauberen Maßnahmen versucht, eine Website zu optimieren und damit das Ranking in den Suchergebnissen zu verbessern, und dem so genannten „Black Hat SEO“, das für eine Suchmaschinenoptimierung steht, die auch nicht auf Tricks verzichtet, die von Betreibern von Suchmaschinen als Spam bewertet werden.
Black Hat SEO ist mit einem gewissen Risiko behaftet, denn wenn Suchmaschinen diese Tricks entlarven, kann es bis zu einem kompletten Ausschluss der Website aus dem Index kommen, sodass die Website überhaupt nicht mehr in den Suchergebnissen erscheint. Ein bekanntes Beispiel, wie man Suchmaschinenoptimierung nicht betreiben sollte, ist ja der Fall BMW aus dem Jahre 2006.
„Cloaking“ wird oft im Zusammenhang mit Black Hat SEO genannt. Cloaking bedeutet, dass eine Website so eingerichtet wird, dass Suchmaschinen andere Inhalte präsentiert werden als normalen Surfern. In Verruf geraten ist die Technik, da diese oft dazu genutzt wurde/wird, um speziell für Suchmaschinen aufbereitete Doorway-pages (Brückenseiten) vor den realen Benutzern zu verstecken.
Doorway-Seiten liefern den Suchmaschinen Webseiten, die auf bestimmte Keywords „optimiert“ sind. Ein oft karges Aussehen und sinnfreier Content ist für den User jedoch kaum attraktiv. Deswegen werden die User oftmals gleich weitergeleitet, ohne die Seite zu Gesicht zu bekommen. Dabei sagen die Google Richtlinien für Webmaster ganz klar: „Vermeiden Sie Cloaking. […] Erstellen Sie Seiten für Nutzer und nicht für Suchmaschinen.“
Auf der anderen Seite gibt es aber auch „positives Cloaking“, welches zu keiner Abstrafung führt und ganz im Gegenteil dafür sorgt, dass den Suchmaschinen das Indizieren der Website vereinfacht wird. Webseiten, die mit Session-IDs innerhalb der URLs arbeiten, werden vom Robots zumeist gemieden: Die Session-IDs führen dazu, dass einem Suchmaschinen-Robot bei jedem Besuch eine neue ID zugewiesen wird und dieser somit stets neue URLs vorfindet, wodurch ein endloser, ressourcenfressender Kreislauf entsteht. Um dies zu umgehen, sollte man dem Googlebot mittels „positivem Cloaking“ oder auch “SID-Cloaking” andere URLs anbieten als dem normalen Nutzer – eben ohne die SessionIDs.
Wenn Cloaking also nicht benutzt wird, um den Suchmaschinen anderen Content anzubieten als den Usern. Um jedoch eine Website mit Session-IDs indizierbar zu machen, könnte positives Cloaking zur einfacheren Indizierung durch die Suchmaschinen eingesetzt werden.



